| Kunst ist das Bemühen, neben der wirklichen Welt eine menschlichere Welt zu schaffen. (André Maurois, 1885-1967) | | Stalinallee Block G Süd Wohnhaus von Heinz Musculus von 1953 bis Sommer 1975 |
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Heinz Musculus
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Werk
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Bilder der Stalinallee
Baustelle 1952
Bilder vom Block G Süd
Bilder der Baustelle
Detailansicht
Texte zur Stalinallee
Zur Baugeschichte der Stalinallee
Altvim neuen Deutschland
Texte zu Heinz Musculus
Der Zufall - mein Glück (►PDF)
Ad absurdum (►PDF)
Genunea/Peter und seine Folgen (►PDF)
Der Koffer (►PDF)
Der letzte Dialog (►PDF)
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Trotz einiger politischer Differenzen konnte Heinz Musculus, der zuvor im Weidenweg, also in unmittelbarer Nähe zur Stalinallee (später Frankfurter Allee) gewohnt hatte, in der zweiten Hälfte des Jahres 1953 in die neuaufgebaute Stalinallee ziehen, in den soeben fertiggestellten Block G Süd unmittelbar östlich vom Frankfurter Tor (heute: Frankfurter Allee 4). Wohnung und Ateliers lagen in der obersten, siebten Etage.
 Gesamtansicht Frankfurter Allee Block G Süd (In der Vergrößerung sind Hausnummer 4 und Zeichenatelier gekennzeichnet) |
 Wohnblock Frankfurter Allee 4 (In der Vergrößerung sind Zeichen- und Trickfilmatelier gekennzeichnet) |
 Wohnblock Frankfurter Allee 4 (rechts) (Im Vordergrund Genunea Musculus) |
(Die drei Bilder wurden am 3. Juli 2005 photographiert.) |
Insgesamt waren zwischen Straußberger Platz und Proskauser Straße ca. 5000 Wohnungen gebaut worden, 2569 davon unmittelbar an der Stalinallee. Am 21. Dezember 1952 waren die ersten 1148 Wohnungen in einer feierlichen Zeremonie in der provisorisch hergerichteten „Deutschen Staatsoper„ übergben worden. Heinz Musculus gehörte zu den ersten Mietern in dem einst schönen, jetzt aber verkommenen und noch nicht restaurierten Haus mit der heutigen Anschrift Frankfurter Allee 4.
Nach den bedrückenden Wohnverhältnissen der Nachkriegszeit hatte Heinz Musculus 1952/1953 hier nun endlich eine geräumige, helle, mit Fernheizung und Warmwasserversorgung ausgestattete Wohnung zugewiesen bekommen, mit gefliestem Bad, Müllschlucker und - für seine Arbeit nicht unwichtig - eigenem Telefonanschluss.
Nach ihrer Fertigstellung Mitte der fünfziger Jahre war die Stalin-, später Frankfurter Allee bei den Menschen als „Flaniermeile„ beliebt. In den Geschäften drängten sich die Menschen. “Und mit der (U-Bahn-) Linie E zu den Verkaufsstellen ... der Stalinallee” war nicht nur ein einprägsamer Werbeslogan, sondern ein durchaus alltägliches Erleben in der sogenannten “Hauptstadt der DDR”. Hier gab es nicht nur Sachen, die man sonst nie sah, sondern eine für “DDR”-Verhältnisse vorbildliche Verkaufskultur. Wo konnte man schon durch angebotsreiche Geschäfte mit einladenden Dekorationen schlendern, sich in Cafés wie dem “Sibylle” oder dem Kino “Kosmos” entspannen und abends seine Gäste in repräsentative Restaurants mit solch klangvollen Namen wie “Warschau”, “Bukarest” und “Budapest” ausführen.
Die Allee wurde bald zu einem Einkaufsparadies in der von den Mangelerscheinungen der Planwirtschaft geprägten Versorgungssituation der „DDR„. Daneben erfüllte sie die ideologische Funktion, ihren Besuchern die Kultur der “sozialistischen Bruderländer” näher zu bringen.
Heinz Musculus wohnte und arbeitete im Block G-Süd seit 1953. Sein „Stammrestaurant„ war das Café “Deutsche Einheit” auf der gegnüberliegenden Straßenseite. Im Nach-Nachfolger dieses Cafés, dem “Restaurant Bukarest”, hatten sich Heinz Musculus und seine spätere Ehefrau Genunea Dimitrovici (verh. Musculus) im August 1966 kennengelernt. Dieses Ereignis hat Genunea Musculus in charakteristisch bildhaft-humorvoller Weise in der Episode Der Zufall - mein Glück erzählt. Weitere Erlebnisse mit Heinz Musculus hat Genunea Musculus in den Erzählungen Der Zufall - mein Glück (►PDF), Ad absurdum (►PDF), Peter und seine Folgen (►PDF) und Der Koffer (►PDF) humorvoll festgehalten, und Markantes aus dem Lieben von Heinz Musculus ist in Der letzte Dialog (►PDF) humorvoll und zugleich einfühlsam aufgezeichnet.
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